Indikation
Vorsichtsmassnahmen und Faktoren welche für oder gegen den Beginn einer Behandlung der chronischen Hepatitis C sprechen:
- Normale Transaminasen trotz persistierend nachweisbarer HCV-RNA sprechen für einen gutartigen Verlauf; die Behandlung ist weniger dringend. Die Dringlichkeit kann in solchen Fällen (vor allem bei einem Genotyp 1 oder 4) mit einer Leberbiopsie besser abgeschätzt werden.
- Eine stabile Methadonbehandlung ist eine der entscheidenden Voraussetzungen für die Behandlung der CHC. Durch die Opioidsubstitution ist in den meisten Fällen eine halbjährige oder sogar einjährige Behandlung durchführbar. Es muss überlegt werden, ob später wieder einmal so gute Voraussetzungen gegeben sind wie jetzt.
- Anhaltender Exzesskonsum von Kokain, Benzodiazepinen und / oder Heroin kann die Durchführung der Behandlung ebenfalls erschweren. Beikonsum von illegalen Drogen ist aber kein grundsätzliches Hindernis für eine Behandlung mit pegIFN plus RBV.
- Alkoholkonsum beschleunigt schon durch geringes Ausmass die Entwicklung der CHC zu einer Leberzirrhose. Andererseits kann anhaltender schwerer Alkoholmissbrauch die Durchführung der Behandlung erschweren.
- Schwere Depressionen, Persönlichkeitsstörungen oder Psychosen erschweren eine Behandlung der CHC. Andauernde Interferongabe kann Depressionen auslösen. Depressionen müssen deshalb schon vor Beginn mit pegIFN plus RBV quasi prophylaktisch antidepressiv behandelt werden.
- Bei einer gleichzeitigen HIV-Infektion ist die Notwendigkeit einer Behandlung der CHC besonders gross; die Progression der CHC zur Zirrhose schreitet schneller voran. Die Behandlung führt dagegen etwas weniger häufig zu einem dauerhaften Verschwinden der Viren. Bei einer HIV- plus HCV-Koinfektion erfordert die Behandlung gute Kenntnisse und Erfahrung auch mit HIV-Infektionen. Die ganze Behandlung muss möglichst in einer ärztlichen Hand liegen.
- Eine Schwangerschaft und das Zeugen eines Kindes muss während der ganzen Behandlung und ein halbes Jahr über das Behandlungsende hinaus vermieden werden. Ribavirin ist in hohem Masse teratogen. Für die sichere Schwangerschaftsverhütung empfiehlt sich angesichts der Leberproblematik meist eine nur lokal wirkende Hormoneinlage in die Gebärmutter (IUD, Mirena®) oder ein systemisch wirkendes Gestagen in Form von ‚Dreimonatsspritzen’ (Depot Provera®) oder in den Oberarm implantiertem Stäbchen (Implanon®).
- Schwere Schilddrüsenfunktionsstörungen, Diabetes, Herzkrankheiten und Hypertonie sowie fortgeschrittene Zirrhose sind Kontraindikationen für den Beginn einer pegIFN + RBV Therapie.
→
Hepatitis Kochbuch (PDF): Detaillierte Informationen über die Durchführung der Behandlung für Ärzte
Arztpraxis
André Seidenberg
Dr. med FA allg. Medizin
Weinbergstrasse 9
8001 Zürich
Schweiz
praxis.capitol[at]hin.ch
Telefon
+41 (0)44 266 58 00
Montag bis Mittwoch:
07:15 - 13:00
14:00 - 18:00
Donnerstag &
Freitag:
07:15 - 13:00
15:00 - 18:00
Samstag: 09:15 - 11:00
Medikamentenabgabe
Montag bis Freitag:
07:15 - 09:00
11:00 - 13:00
16:00 - 18:00
Samstag: 09:15 - 11:00
Termine
Nach Vereinbarung