Symptomentstehung
Wenn der Leberstoffwechsel, der Metabolismus, durch die Hepatitis ungenügend funktioniert, stauen sich die Gallenfarbstoffe im Blut. Diese Gelbsucht nennen wir Ärzte Ikterus; der entspricht dem in der Haut und im Augenweiss sichtbar gestiegenen Bilirubinspiegel. Durch den massenhaften Schaden und Untergang der Leberzellen werden Leberenzyme vermehrt ins Blut freigesetzt und so steigen auch diese so genannten Transaminasen. Ein deutliches Zeichen der Leberinsuffizienz ist auch eine schlechte Blutgerinnung und Gewebeschwellungen (Ödeme). Die Anreicherung von Schadstoffen im Blut beeinträchtigt die Hirnleistung (hepatische Enzephalopathie) und führt zu einer zunehmenden Schläfrigkeit. Medikamente und Drogen werden weniger ausgeschieden. Bei einer fortgeschrittenen Leberinsuffizienz muss beipielsweise die gewohnte Methadondosis so weit reduziert werden, bis der Patient davon nicht mehr müde wird.Die Vernarbungen in einer zirrhotischen Leber bewirken einen gestörten Blutfluss. Es können Speiseröhrenkrampfadern entstehen; diese Ösophagusvarizen können lebensbedrohlich bluten. Der erhöhte Druck im Leber-Blutfluss führt auch zu Milzvergrösserungen und zusammen mit der verminderten Eiweisssynthese der Leber wird der osmotische Druck gestört und es wird Blutflüssigkeit als Aszites in die Bauchhöhle ausgepresst. In der Leberzirrhose entsteht manchmal ein Leberkrebs (Hepatom = hepatozelluläres Karzinom).
Im Rahmen der chronischen Hepatitis und vor allem der Hepatitis C werden vermehrt trockene schuppende Haut, vermehrte Verletzlichkeit und neurovasculäre Symptome in Form von Rötungen und kleinsten Hautblutungen an den Armen und Beinen beobachtet. Die Hepatitis C ist nicht nur eine Leberkrankheit sondern befällt gelegentlich die Nerven der kleinen Blutgefässe, die Nieren und das Zentralnervensystem; sie führt oft zu einer allgemeinen Beeinträchtigung und nicht selten zu vermehrten depressiven Verstimmungen.
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