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Ursachen

Alkohol ist bei uns allgemein wohl die häufigste Ursache von Leberschäden. Abgesehen von Alkohol erzeugen Suchtdrogen wie Heroin, Kokain, Cannabis, Ecstasy aber auch Ersatzmedikamente wie Methadon, Morphin oder Subutex® (Buprenorphin) selber keine Hepatitis. Drogenkonsum ist nur durch die gehäuften Infektionen, also durch Umstände und Form des Konsums, eine wichtige Ursache von Leberkrankheiten. Neben den eigentlichen Hepatitisviren können auch andere Viren wie der Aidserreger HIV, der Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers oder das Ebstein-Barr-Virus (EBV) eine Gelbsucht verursachen.

Die Hepatitisviren sind sehr unterschiedliche Viren. Sie werden Hepatitisviren genannt, weil sie sich beim Menschen vor allem durch eine Leberentzündung manifestieren. Sie werden aus historischen Gründen mit Grossbuchstaben bezeichnet. Hepatitis A, B, C und D spielen in der Schweiz eine Rolle; die anderen Viren sind kaum von Bedeutung.

Das Hepatitis A Virus (HAV) ist sehr selten lebensgefährlich. Hepatitis A wird vorwiegend als Schmier- und Schmutzinfektion (faeko-oral), nach der Toilette durch ungewaschene Hände, gelegentlich durch infizierte Nahrungsmittel und selten beim Sex oder unsterilen Gebrauch von Injektionsutensilien übertragen. Die von HAV verursachte Gelbsucht wird fast immer schadlos überstanden und führt zu lebenslanger Immunität. Die Impfung gegen HAV ist sehr wirksam und wird empfohlen.

Das Hepatitis B Virus (HBV) führt 4-24 Wochen nach Ansteckung (Infektion) bei einem Drittel bis der Hälfte der erwachsenen Menschen zu Symptomen einer akuten Hepatitis. Die Ansteckung kann auch unbemerkt bleiben. Die meisten Infizierten werden bei uns immun. Bei höchstens 5 % der im Erwachsenenalter Infizierten, aber bei mehr als einem Drittel der Kinder und bei 90% der bei der Geburt Infizierten entwickelt sich eine chronische Hepatitis B. HBV wird durch Blut oder Blutspuren beim Spritzen von Drogen, in schlechten Gesundheitssystemen durch infizierte Blutprodukte und durch Sex übertragen. Die Impfung gegen HBV kann mit der Impfung gegen HAV kombiniert werden und ist meist ein Leben lang wirksam. Die B-Hepatitis-Impfung wird für alle Drogenkonsumenten empfohlen; wenn Sie langfristig denken, müssen nicht nur Fixer geimpft werden. Die Impfung wird insbesondere auch allen Mitarbeitenden in drogenspezifischen Einrichtungen empfohlen. Die Zahl der HBV-Infektionen hat in der Schweiz durch die häufigen Impfungen seit den 90-er Jahren drastisch abgenommen.

Das Hepatitis C Virus (HCV) ist ein RNA-Virus, weil die Erbinformation in der Ribonukleinsäure RNA gespeichert ist. Alle 6 Genotypen von HCV bewirken den gleichen unbehandelten Krankheitsverlauf. Die Genotypen 1 und 4 lassen sich aber etwas weniger gut behandeln als die Genotypen 3 und 2. Die anderen Genotypen sind sehr selten.
Das Hepatitis D Virus (HDV, ?-Virus, Dane-Partikel) kommt nur bei gleichzeitiger Infektion mit HBV vor. Das HDV benötigt und benutzt die Hülle des B-Hepatitis-Virus und kann sonst nicht existieren. Eine Koinfektion oder Superinfektion mit HDV verschlechtert die Prognose der chronischen Hepatitis B.

C-Hepatitis