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STI sexuell übertragbare Infektionskrankheiten

STI ist die Abkürzung für den englischen Ausdruck sexually transmitted infection. Sexuell übertragbare Infektionen erzeugen eine STD, eine sexually transmitted disease, eine sexuell übertragbare Krankheit. So wie bei HIV / Aids wird bei STI / STD zwischen sexuell übertragener Infektion und sexuell übertragener Krankheit unterschieden.

Neben HIV / Aids müssen wir über eine Reihe anderer STIs bzw. STDs sprechen:
  • Die durch Treponema pallidum verursachte Syphilis, wird auch Lues genannt. Das Primäre Stadium, der harte Schanker zeigt sich eine bis vier Wochen lang durch ein Geschwür am Penis, an der Vagina oder After. Dieses Ulcus heilt auch ohne Behandlung. Nicht selten heilt die Infektion aber unbemerkt nicht aus. Die Syphilis kann sich nach Wochen oder Jahren durch andere Symptome und teilweise gefährliche Spätfolgen erneut manifestieren. Gerade bei gleichzeitiger HIV-Infektion ist der Verlauf schlimmer und die Behandlung muss schon zu Beginn gründlicher erfolgen.
  • Die durch Gonokokken verursachte Gonorrhoe (GO), wird auch Tripper genannt. Bei Frauen zeigt sich die GO durch eine Adnexitis, Tuboovarialabszess, Bauchfellentzündungen und kann zu Sterilität führen. Männer leiden bei der GO an eitrigem Harnröhrenausfluss.
  • Chlamydien können bei Frauen eine Adnexitis, Bauchfellentzündungen und Sterilität verursachen; viele Frauen spüren keine Beschwerden. Männer leiden gelegentlich an einer Harnröhrenentzündung, sind aber meist symptomlos. Eine Spätfolge ist gelegentlich eine Arthritis. Die Genotypen L1-L3 der Chlamydia trachomatis können bei beiden Geschlechtern das Lymphogranuloma venereum (Lymphogranuloma inguinale, Morbus Nicolas-Duran-Favre, weicher Schanker, tropischer Bubo) verursachen. Das ist eine weiche Schwellung der Lymphknoten und beim Befall des Enddarms eine Proktitis.
  • Mykoplasmen und Ureaplasmen verursachen oft eine Harnwegsentzündung.
  • Trichomonaden sind bewegliche grosse Einzeller, welche im Scheidensekret mit einem einfachen Mikroskop sehr leicht gesehen werden können. Frauen leiden unter Ausfluss aus der Scheide, Männer sind meist symptomlos.
  • Hepatitis B (HBV) ist durch die Impfungen selten geworden. HBV wird weltweit vor allem sexuell und von der Mutter aufs Neugeborene übertragen.
  • Hepatitis C (HCV) kann sexuell fast nur durch Analverkehr übertragen werden. Auch die Übertragung von der Mutter auf das Kind ist seltener als 5%. Hierzulande wird HCV vor allem beim gemeinsamen Spritzen von Drogen übertragen. In Drittweltländern spielen unhygienische medizinische Instrumente eine große Rolle (die von der Grossmutter für die ganze Familie benutzte Spritze, Beschneidungsinstrumente, etc.).
  • Herpes Viren (HHV) befallen fast die ganze erwachsene Bevölkerung aber nur wenige erkranken. Das humane Herpesvirus HHV-8 ist der Erreger des Kaposi-Sarcoms, welches fast nur bei Aids vorkommt.
  • Humane Papilloma Viren (HPV): Vor allem die HPV-Typen 16 und 18 können Gebärmutterhalskrebs (Cervixcarcinom) oder Peniscarcinom verursachen. Die HPV-Genotypen 6 und 11 werden für die Condylomata accuminata, die spitzen Kondylome oder Feigwarzen verantwortlich gemacht. Neuerdings gibt es wirksame Impfungen, welche bei pubertären Mädchen vor Beginn der sexuellen Aktivität empfohlen wird.