Entzug

Opioidentzug bringt keine dauerhafte Heilung:

Nur einer verschwindend kleinen Minderheit gelingt es, nie mehr von Heroin oder anderen Opioiden abhängig zu werden.
Nach dem Entzug bleiben meist minimale oder ausgeprägtere Empfindungsstörungen gegenüber Schmerzen, Wärme oder Kälte, der Sexualität bestehen und es werden häufig Schlafstörungen oder veränderte Darmmotilität beobachtet (chronisches Opioidentzugssyndrom).
Wer einmal von Heroin oder anderen Opioiden abhängig geworden ist, hat subtile bleibende Veränderungen in seinem Belohnungssystem und anderen durch Endorphine gesteuerten Nervensystemen.
Opioidentzug vermindert die Gefahren der Opioidabhängigkeit nicht. Im Gegenteil verschwindet durch Opioidentzug die Toleranz. Rückfälle in den Heroinkonsum sind wegen dem Toleranzverlust nicht selten tödlich. Todesfälle durch Überdosierung und Atemstillstand stehen hier im Vordergrund. Potentiell tödliche Risiken sind aber auch sonst in dieser Situation besonders häufig.

Virale und eitrige Infektionen werden durch das Fallenlassen jeglicher Vorsichtsmassnahmen besonders in Rückfallsituationen erworben. Das Gefühl macht sich leicht breit, dass jetzt ja sowieso alles egal ist.

Mit Rückfällen ist oft eine schwere psychosoziale Krise verbunden, welche alle Risiken erhöht. Suizidalität kann sich offen bemerkbar machen oder bleibt noch gefährlicher unerkannt. Oft ziehen sich auch die letzen Freunde, die Familie und jede Hilfe enttäuscht zurück. Fast noch schlimmer ist die eigene Enttäuschung.

Sein Selbstbewusstsein an das Ziel einer Drogenabstinenz zu binden ist für viele Opioidabhängige tödlich.

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Merkblatt Entzug (PDF)