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FAQ

Substitution mit Retardmorphin März 08
Ich bin seit über einem Jahrzehnt im Methadon Programm. Wegen diversen Nebenwirkungen, interessiere ich mich sehr für eine Substitution mit Slow release/Retardmorphin. Ist dies in der Schweiz legal zulässig zur Substitution? Was sind die Voraussetzungen?

Für die Behandlung eines Opioidabhängigen mit Morphin braucht es eine 'Bewilligung der längerdauernden Abgabe eines Betäubungsmittels an einen betäubungsmittelabhängigen Patienten' durch den Kantonsarzt. Dieses Gesuch wird erteilt, wenn der behandelnde Arzt Gewähr für eine korrekt kontrollierte Behandlung geben kann und ärztliche Gründe für die Notwendigkeit dieser Behandlung und geringere Tauglichkeit anderer Behandlungen glaubhaft gemacht werden können.

Tauchen mit Methadon
März 08
Ein Patient von mir unter Methadon (im übrigen abstinent, stabil eingestellt, 110mg/Tag) möchte tauchen lernen. Weisst Du etwas über Tauchen mit Methadon? Beim Tauchen können sich die Wirkungen von Medikamenten auf das ZNS durch den hohen Druck ja massiv verändern.

Du hast Recht mit Deiner Frage. Alle wirksamen Opioide haben eine grosse Lipophilie und werden im ZNS extrem angereichert. Der Tauchdruck scheint aber die Löslichkeit im Blut nicht klinisch relevant zu beeinflussen. Ich war noch nie mit Problemen bei Methadonpatienten konfrontiert obwohl schon viele meiner Patienten auch mit Geräten tauchen gegangen sind.

Impfung gegen Hepatitis?
März 08
Do you vaccinate against hepatitis C and what are the costs?

Vaccination against Hepatitis C are not available now and in the next years.
Vaccination against Hepatitis B is routine in our office. The costs for one dose is CHF 42.40; three doses are needed (month 0, 1 and 6). Often we vaccinate combined against Hep A and B.
In a high prevalence population like in Switzerland many people are vaccinated. It is recommended to test for antibody titer as mesure for vaccination reactivity and expectations on present and future immunity.
In a high prevalence population (people coming from most countries except EU and US or Canada) it is cheaper to test first [Hepatitis B-c-AK IgG/IgM (9108.01) CHF31.50]. Knowing the infectious state you are able to recommend vaccination or not. To assess fully the infectious state the costs are higher:

Hepatitis Immunstatus

Total

145.80 (without A: 114.30)

Hepatitis A-AK IgG/IgM

9107.01

31.50

Hepatitis B-s-AK

9108.09

40.50

Hepatitis B-c-AK IgG/IgM

9108.01

31.50

Hepatitis C-AK

9109.01

31.50

Bearbeitungstaxe

9700

10.80


Welches Interferon in der Hepatitis Behandlung?
Mit welchem Interferon arbeitest Du? Essex oder Roche oder beide? Mit welchem EPO?

Bis jetzt haben wir nur Pegasys von Roche verwendet. Ich möchte nicht zwei verschiedene Spritzpräparate verwenden, wegen der Gefahr von Irrtümern. Pegintron® und Pegasys® sind gleich gut. Wirkliche Vorteile sehe ich nicht. Vielleicht kann man Pegasys® tiefer dosieren, was wir nicht so selten tun. Wir geben häufig auch 45 mcg Pegasys®. Die tiefste Dosis Pegintron® von 50 mcg ist nicht ganz dasselbe. Beim Pegintron® sind nur drei fixe Dosierungenmöglich, man kann nicht mehr oder weniger spritzen. Der Vorteil: Dosierungsfehler bei Selbstapplikation sind geringer. Pegasys® kann aber von der Praxishilfe individuell dosiert werden: es gibt Spritzen von 135 und 180 mcg aber man kann die Dosis durch Verwerfen von einem oder zwei Dritteln auf 90 mcg und 45 mcg vermindern. Pegintron® kommt bei geringeren Dosierungen günstiger und ist zudem offizell auch für etwas längere Behandlungsdauer zugelassen.
Wir brauchen Eprex 20'000 Einheiten.

Spritzengeilheit
Februar 08
Mir gefällt Ihre Seite und wie sie schreiben. So möchte ich sie um Rat fragen. Mir raucht der Kopf! Nach 7 Jahren Heroinabhängigkeit i.v. (trotz Substitution) und Beendigung der Langzeitentwöhnung im Mai 2006 wurde ich fast sofort rückfällig....(Bei mir wurde ein ausgeprägtes ADHS diagnostiziert, seit ich Ritalin bekomme hat sich der Suchtdruck stark verringert) Habe schnell reagiert, nach etwa 3 Wochen habe ich stationär vom Heroin entgiftet. Ich war deprimiert, enttäuscht von mir selbst und habe mir selbst nicht mehr vertraut. Da ich auf keinen Fall wieder in mein altes Leben zurück wollte, habe ich angefangen Subutex zu nehmen - Damit bin ich bis jetzt auch immerhin schon über 1 1/2 Jahre ohne Heroin-Rückfall klargekommen. Inzwischen traue ich mir zu, mein Leben ohne diese Droge zu führen, zumal ich die gestiegene Lebensqualität zu schätzen weiß und auch nicht mehr die Kraft für den Beschaffungsstress etc. hätte.
Mein Problem: 1. Die Subutexdosis hat sich bis jetzt langsam von 1 auf 8 mg/d gesteigert 2. Ich konnte meine Nadelgier nicht abstellen und injiziere das Subutex. Jetzt habe ich einen Aufnahmetermin zur stationären Entgiftung, am liebsten möchte ich nichts mehr nehmen und frei sein. Mein Plan war ursprünglich, bis auf Null herunterzugehen...aber ich fürchte, da habe ich mir wohl zu viel vorgenommen. Aus Erfahrung weiß ich, dass die Entzugssymptomatik mehrere Monate anhalten kann Ich bin froh und dankbar dass ich bis jetzt die Finger vom Heroin lassen konnte, diesen Erfolg möchte ich nicht gefährden.
Was würden sie mir raten bezüglich der Zielsetzung für den Aufenthalt?
Ganz auf Null oder lieber Dosisreduktion und im Herbst erneute Entgiftung
Haben sie Erfahrung, was ich gegen meine Spritzengier machen kann? Das ist kein Scherz, sondern bitterer Ernst. Ihre Antwort wäre mir eine große Hilfe, ich merke, dass sie sich gut auskennen.
Das mit dem Spritzen mag ich im Krankenhaus nicht erwähnen, stellt aber glaube ich mein größtes Problem dar!!!

Möglicherweise sind alle Ihre anderen Probleme grösser als die Opioidabhängigkeit.
Eine (stationärer) Opioidentzug kann Ihre Situation kaum verbessern. Die Chancen auf dauernde Opioidabstinenz sind bei allen langjährigen Opioidabhängigen kleiner als 5 Prozent. Fast alle werden innerhalb von spätestens 10 Jahren wieder abhängig.
Nehmen Sie weiterhin langzeitig Subutex und packen Sie alle Ihre anderen Probleme! Vielleicht müssen Sie die Subutex-Dosis verdoppeln oder vervierfachen (Maximaldosis 32 mg Tag). Die Flash-Wirkung von gespritztem Subutex wird durch eine höhere Dosis noch mehr blockiert.
Ich vermute, dass Ihre Spritzengeilheit weniger mit einer opioiden Flash-Wirkung zu tun hat als mit den Druckgefühlen, welche mit Ihrer ADHS-Symptomatik zu tun hat. Haben Sie sich auch anders durch Verletzungen Beruhigung zu verschaffen versucht? Schneiden oder schnitten Sie sich?
Möglicherweise muss Ihr behandelnder Arzt diese sogenannte Mutilationstendenz mit Ihnen angehen.