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Platzspitz CDE

Candida albicans, Hefepilz, Soor

Candida albicans ist der gemeine Hefepilz, der überall vorkommt und welchen wir für die Herstellung von Käse, Joghurt oder Brot brauchen.

Bei einer Immunschwäche können dieselben Hefepilze einen Soor verursachen. Dabei wuchern die Pilze im Mund am Gaumendach und den Schleimhäuten der Wangen, oder sie bilden ihre dicken weissen Beläge in Nasenhöhlen, Rachen und sogar den tiefen Atemwegen.

Cannabis

Cannabis ist das Harz der Hanfpflanze Cannabis sativa. Es enthält neben anderen Cannabinoiden die Substanz Tetrahydrocannabinol THC, welche leicht psychedelisch, dämpfend und appetitanregend wirkt und die Stimmung hebt. Die Suchtpotenz von Cannabis wird allgemein unterschätzt.

Cocktail

Kokainfixer dämpfen die unangenehmen Effekte der nachlassenden →Kokainwirkung gerne durch den Beikonsum von beruhigenden Substanzen, wie Alkohol, Benzodiazepinen oder Heroin. Die letzten beiden Substanzen können zusammen mit Kokain gespritzt werden. Cocktails aus Kokain und Heroin sind besonders gefährlich: der Kokain bedingte Crash kann herausgezögert werden, die Suchtpotenz ist besonders hoch und die Zahl der Injektionen wird oft erheblich gesteigert.

Drogen

Der Begriff Drogen bezeichnet hier Substanzen, welche psychotrop, also auf das Gehirn und die Psyche wirken. Die meisten Drogen machen abhängig, das heisst sie erzeugen eine Sucht.

Die Unterscheidung zwischen weichen und harten Drogen ist irreführend. →Cannabis macht nicht nur psychisch abhängig, sondern wirkt genauso körperlich am →Belohnungssystem wie alle anderen Suchtdrogen auch. Die Gefährlichkeit der meisten Drogen liegt in den Bedingungen ihres Konsums und nicht in der Substanz an sich. Die Risiken der verschiedenen Drogen und Konsumformen müssen spezifisch analysiert werden.

Drogenszene

Die Drogenszene wurde in Zürich seit 1968 immer wieder vertrieben: Schwarzer Ring, Odeon, Marökkli, Riviera, Bellevue, Seepromenade, Lindenhof-Bunker, Restaurants, Bars, Hirschenplatz, Seefeld, →Platzspitz, →Letten. Später metastasierte die Szene an die Langstrasse, machte Station in den Bahnhöfen von Altstetten, Affoltern, Örlikon, Dietikon, Uster, Aarau, Olten und vermischte sich mit den Szenen von St. Gallen, Chur, Bern, Lausanne, Genf, Berlin.

Jedes Mal, wenn sie vertrieben wurden und sich an neuen Orten festzusetzen versuchten, wurden neue Konsumenten von den süchtigen Kleindealern angefixt, ein Schneeballsystem. Die Repression gegen den Konsum und Handel mit Drogen wurde als Teil der polizeilichen Ordnungsaufgabe angesehen. Aber Ruhe und Ordnung sind Ziele, welche mit dem Ziel der Minimierung von Sucht und Drogen konkurrieren.

Drogentote

1994, auf dem Höhepunkt der Katastrophe, starben gemäss Sterberegister in der Schweiz fast 1‘000 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums. Drogenkonsum war bei Männern im mittleren Lebensalter die häufigste Todesursache. 400 Menschen starben an einer Überdosis von Heroin; 300 Drogenkonsumenten starben an Aids, etwa 200 an den Folgen einer chronischen Hepatitis und Duzende an eitrigen Infektionen, Gewalt oder drogenbedingten Unfällen. Die Umstände des Konsums war die Hauptursache der meisten drogenbedingten Todesfälle. Fast alle Todesfälle wären vermeidbar gewesen.

Echyma

Echymata werden bei Drogeninjektionskonsumenten an den Leisten und am Hals gesehen. Solche arteriovenöse Wundernetze sind schwammartige Knoten oder Einziehungen, welche durch oft wiederholtes Anstechen einer grossen, neben einer Arterie liegenden Vene entstehen können. Durch auslaufendes Blut und Eiterbakterien entzündet sich das umliegende Bindegewebe und quillt auf. Wenn sich keine Eiterhöhle, kein abgekapselter →Abszess, bildet, wenn die Entzündung chronisch, quasi auf kleiner Flamme, im Bindegewebe weitermottet, spriessen feine Gefässe aus den Arterien und Venen und bilden darin ein Wundernetz. Fixer finden mit ihrer Nadel dort in der Lochschwäre zunehmend einfacher einen bluthaltigen Zugang.

Echymata sind immer mit Eitererreger infiziert. Fast immer haben Junkies mit einem Echyma auch eine Herzklappenentzündung, eine Endokarditis. Früher oder später sterben heroinabhängige Injektionsdrogenkonsumenten daran fast immer. Fast immer breitet sich Eiter aus einem Echyma in der Leiste mit der Schwerkraft entlang der Venen nach unten aus. Am Fussrücken, den Knöcheln oder Unterschenkeln entsteht ein rot und eitrig geschwollenes Feuerbein, ein Erysipel. Vor den Schienbeinknochen brechen dann häufig prätibiale Ulcera auf, handflächengrosse Geschwüre, welche kaum noch abheilen.

Noch schlimmer trifft es Fixer, die in den Hals stechen und dort zwischen der jugulären Arterie und Vene ein Echyma entstehen lassen. Der mit Staphylokokken verseuchte Eiter läuft dann hinter dem Brustbeinknochen zwischen den beiden Lungenflügeln ins bindegewebige Lager von Herz und den grössten Adern des Körpers. Diese Eiteransammlungen nennt die Medizin Empyem.

„Ubi pus ibi evaqua: Wo Eiter ist, dort entleere“, sagten schon die Ärzte des Mittelalters. Oder ist der Spruch noch älter? Eiter muss immer aus dem Körper abfliessen, sonst vergiftet er ihn. Die Selbst-Heilkräfte des Körpers sind unglaublich. Mehr als einmal habe ich gesehen, wie sich der Eiter eines Mediastinal-Empyems sich durch das Brustbein hindurch selbst einen Weg ins Freie gebahnt hat.

Entzug

Wenn kein Heroin oder Methadon mehr eingenommen wird, kommt der Körper auf Entzug. Das akute Entzugssyndrom dauert mindestens drei Tage: Breite Teller, das sind grosse Pupillen, Niessen und das Erwachen sexuellen Verlangens kündigen den Beginn des Entzugs an. Weniger angenehme Symptome setzen auch bald ein: Zittern, motorische Unruhe, Durchfall, Bauchkrämpfe, Schmerzen am ganzen Körper, Herzrasen, Angst und tiefste Verzweiflung, dass das nie ein Ende nehmen wird. Im akuten Entzug erwarten die opioiden Nervenzellen Heroin, aber das kommt nicht mehr. Die Nerven werden im Entzug für Opioide überempfindlich, da sie hohe Dosen gewohnt sind. Die körpereigenen Endorphine können die ausbleibende regelmässige Zufuhr von Opioiden nicht genügend kompensieren.

Das chronische Opioidentzugssyndrom ist weniger bekannt aber eine ganz offensichtlich verbreitete Krankheit. In unserer ärztlichen Praxis sahen wir wohl mehr als hundert Fälle. Andauernde schwerste Schlafstörungen, Unruhe, Getriebenheit, ständiges Frösteln, Durchfall, Reizdarm, schwere und schwerbehandelbare Depressionen. Alle vom akuten Entzug auftretenden Beschwerden können einzeln oder kombiniert über Monate und Jahre der Opioidabstinenz anhalten und nie mehr verschwinden. Meistens leiden diese Menschen nur an einem oder wenigen dieser Symtome. Am häufigsten beobachtet man in diesen Fällen die Symptome der Fibromyalgie: Schmerzüberempfindlichkeit der Glieder, Muskeln und Knochen. Die meisten Patienten leiden so stark, dass sie wieder mit Heroin oder sonstigem Opioidkonsum beginnen.

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