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Platzspitz FGH

Flash

Beim Spritzen von Heroin oder Kokain gelangt die ganze Dosis in einem einzigen Bolus ins Gehirn. Durch das plötzliche Anfluten in einer hohen Konzentration beginnt die Wirkung der Drogen maximal und innerhalb von zwei bis drei Sekunden. Ein solcher Flash ist überwältigend aber für Ungewohnte auch gefährlich. Beim Heroinflash droht der Atemstillstand. Der ultimative Flash ist der tödliche, der ‚Goldene Schuss‘.

Mit gewissen Techniken beim Rauchen, zum Beispiel aus einer Alufolie (‚Chase the Dragon‘), kann ebenfalls ein Flash erzeugt werden. Die Gefahr der Überdosis ist weniger gross, da die starke Betäubung einen zweiten Atemzug mit Heroin verhindert.

Gewalt

Gewalt war auf dem Platzspitz weniger ein Problem als nach der polizeilichen Schliessung und in der Szene am Bahnhof Letten.

Gewalt gegen Frauen ist unglaublich häufig, meist unspektakulär, quasi normal. Gewalt gegen Frauen wird oft schlecht wahrgenommen.

Die Geschichte des Drogenkrieges in Zürich bleibt unverständlich, wenn man vergisst, wie viele Protagonisten eine Kindheit und Jugend in Erziehungsheimen verbracht haben.

Die fünfziger, sechziger und noch die siebziger Jahre waren um ein Vielfaches gewalttätigere Zeiten als heute. Man muss sich den überall lauernden aggressiven Mief und die normale Gewalt  vor Augen halten. Erziehungsanstalten für Jugendliche hiessen damals noch so. Auch an normalen Schulen waren Prügelstrafen noch normal. Das Hilfswerk Kinder der Landstrasse der schweizerischen Pro Juventute nahm randständigen Eltern bis 1973 die Kinder weg, als Verdingkinder wurden sie manchenorts noch wie Sklaven gehalten.

Die Heimkampagne der libertären 68-er Bewegung begann sich Ende der 70-er Jahre quantitativ auszuwirken. Durch Schliessung, Umstrukturierung und Neuorganisation der bisher gefängnisähnlich geführten Einrichtungen gelangte eine nicht geringe Zahl an Jugendlichen in eine prekäre, oft unbetreute Freiheit.

Haschgasse

Die Haschgasse befand sich auf dem Mattensteg und am Sihlquai. In der Haschgasse wurden die „weichen Drogen“ Cannabis, Marihuana und Grass angeboten. Speed und Extasy kamen in Zürich erst nach der Schliessung des Platzspitz vermehrt auf den Markt.

Hepatitis, Gelbsucht, Gilb

Hepatitis ist die Entzündung der Leber. Sie macht eine Gelbsucht, medizinisch den Ikterus, eine Gelbverfärbung der Haut und der Schleimhäute. Besonders leicht zu sehen ist diese, in der Szene Gilb genannte Verfärbung im Augenweiss.

Eine Hepatitis wird meist durch Viren verursacht und tritt manchmal als Nebenwirkung von Medikamenten auf. Bei Drogenkonsumenten werden Gelbsucht als Folge von Infektionen mit den eigentlichen Hepatitis-Viren HAV, HBV und HCV beobachtet. Manchmal sind sie auch Zeichen der HIV-Infektion oder anderer Erreger.

Eine chronische Hepatitis kann zu Leberzirrhose, Leberkrebs und zum Tod führen. Eine chronische Hepatitis ist eine Krankheit, welche Folgen an vielen Orten im Körper (insbesondere Haut und Hirn) zeigen kann.

Spider naevi bei Leberzirrhose

Hepatitis A, HAV

Hepatitis A durch ist eine Schmier- und Schmutzinfektion. Ungenügendes Waschen der Hände oder Lebensmittel aber auch unsterile Spritzen und Nadeln können die Hepatitis A Viren HAV übertragen. Hepatitis A ist fast immer harmlos und heilt ohne Medikamente. Es gibt eine sehr wirksame Schutzimpfung. Sie kann mit der Impfung gegen Hepatitis B kombiniert werden.

Hepatitis B, HBV

Das Hepatitis B Virus HBV wird sexuell oder durch unsterile Spritzen und Nadeln übertragen. Hepatitis B heilt meist ohne Folgen. Aus einer chronischen Hepatitis B können aber eine Leberzirrhose oder Leberkrebs entstehen. Es gibt eine sehr wirksame Schutzimpfung. Sie kann mit der Impfung gegen Hepatitis A kombiniert werden.

Hepatitis C, HCV

Hepatitis C wird durch unsterile Spritzen und Nadeln oder sexuell meist durch Analverkehr übertragen. Dreiviertel aller HCV-Infektionen werden chronisch; langfristig drohen dadurch Leberzirrhose und Leberkrebs. Es gibt keine Schutzimpfung aber die chronische Hepatitis C kann heute technisch einfach und fast nebenwirkungsfrei durch allerdings sehr teure Medikamente geheilt werden.

Heroin, DAM, Diacethylmorphin, Diaphin

Heroin, DAM, Diacethylmorphin ist ein synthetischer Abkömmling von Morphium. Heroin ist ein Opioid aber strenggenommen kein Opiat, kein originaler Bestandteil von Opium.

Es ist kein Zufall, dass Heroin die beliebteste Substanz für Opioidabhängige darstellt. Heroin hat für Fixer ideale Eigenschaften. Heroin kann bequem auch hochkonzentriert mit einer kleinen Spritze injiziert werden.

Warum? Heroin ist im menschlichen Körper eine Vorläufersubstanz zum im Gehirn eigentlich wirksamen Morphin. DAM, das Diacethylmorphin-Molekül Heroin, wird auf dem Weg zu den Nervenzellen vollständig zu MAM, Monoacethylmorphin und dann zum deacethylierten Morphin umgewandelt. Ins Hirn gelangt praktisch ausschliesslich Morphin: Nicht Heroin wird im Gehirn wirksam, es ist nur das Morphin. Aber auf dem Weg ins Gehirn, im Blut provoziert Heroin keine Histaminfreisetzung. Eigentlich erzeugt nur Morphin das unangenehme Nadeln oder Nageln, das alle Fixer auch vom Heroin ein bisschen kennen. Eigentlich erzeugt aber auch nur Morphin die Wirkung im Gehirn.

Histaminreaktion durch Morphin

Morphin lässt Abertausende und Millionen von Mastzellen im Blut aufplatzen. Morphin zerstört die Zellmembran dieser Histamin haltigen Sorte weisser Blutkörperchen. Das Blut und der ganze Körper werden mit Histamin überschwemmt.

Morphin kann bei intravenöser Injektion durch diese plötzlichen grossen Histaminmengen schwere Nebenwirkungen machen. Sie sind einer allergischen Reaktion vergleichbar. Morphininjektionen werden nur in Dosierungen bis 20 mg einigermassen vertragen; wegen der massiven Freisetzung von Histamin, sind höhere Dosierungen unerträglich. Klassische Morphinisten spritzen sich täglich viel häufigere und viel kleinere Dosierungen als Heroinfixer.

HIV

Das menschliche Abwehrmangel-Virus, Human Immundeficiency Virus HIV, ist der Erreger von Aids. HIV kann von einer infizierten Mutter auf das Kind, sexuell vaginal oder anal, durch Blut und durch Blutreste in unsterilen Spritzen und Nadeln übertragen werden.

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